Gedänkstättenfahrt Diese Reise war eine prägende Lebenserfahrung.

Erfahrungsbericht von Renate Veit, Teilnehmerin der Gedenkstättenfahrt nach Warschau vom 18.-23.05.25 und Delegierte der IG Metall Rheine.

Gedenkstättenfahrt 2025

26. Mai 2025 26. Mai 2025


Am letzten Tag unserer Reise saß ich in der Sonne auf einer schönen Holzbank am Königsweg in Warschau. Mir blieben nur noch wenige Stunden bis zum Abflug zurück in meine Heimatstadt Ibbenbüren in Deutschland. Die Erlebnisse und Emotionen, die diese Reise bei mir und meinen Mitreisenden der IG Metall Bocholt, Münster, Rheine ausgelöst haben, haben mich während dieser Woche sehr beschäftigt, berührt und nachdenklich gemacht. 

Ein besonders erwähnenswertes Ereignis der Woche war die Führung im ehemaligen Warschauer Ghetto. Insbesondere die emotionale Erfahrung in Treblinka bleibt mir für immer in Erinnerung, da wir einen Zeitzeugen/Veteranen des Warschauer Ghetto-Aufstands treffen konnten. Der herzliche, schon nun bereits 93 Jahre alte Mann schilderte jenen Teil seines Lebens im Aufstand. Seine Erzählungen ließen uns in Respekt, Ehrfurcht und Demut zurück. 

Ich habe noch nie in meinem Leben als Deutsche so ein beschämendes Gefühl gehabt. Es war ein Moment, in dem ich mich für all das, was in dieser schrecklichen Zeit geschehen ist, entschuldigen wollte – auch wenn ich für diesen Irrsinn nicht verantwortlich bin. Doch diese Erlebnisse zeigen, dass wir nicht vergessen dürfen und darüber reden müssen.

Diese Reise war eine prägende Lebenserfahrung für uns alle und führt zu der wachsenden Erkenntnis, dass Polen und Warschau eine Reise wert sind – nicht zuletzt im Sinne des Gedenkens. „Nie wieder ist jetzt.“ Gerade wir als Deutsche müssen uns aktiv für den Frieden und das Erinnern an diese Zeit einsetzen.