Delegiertenversammlung Mehr statt weniger Solidarität - Sozialpolitik im Fokus der Delegierten

Die dritte Delegiertenversammlung der IG Metall Rheine fand am 31. August 2023 in der Stadthalle Rheine statt. Zu Gast war Hans-Jürgen Urban, geschäftsführendes Vorstandsmitglied der IG Metall und berichtete aus dem Bereich der Sozialpolitik.

DV 31.08.2023

1. September 2023 1. September 2023


Im kurzen Geschäftsbericht führte Karin Hageböck, Geschäftsführerin der IG Metall Rheine, durch die aktuellen Entwicklungen in der Region und legte die Finanz- und Mitgliederentwicklung vor. Außerdem berichtete Hageböck von vergangenen Veranstaltungen, sowie dem anstehenden Gewerkschaftstag im Oktober. 

Der Schwerpunkt der Delegiertenversammlung lag auf dem Referat von Hans-Jürgen Urban zum Thema „Gewerkschaftspolitik in kapitalistischen Transformation“. der Ein zentrales Themenfeld ist die Rente. Die IG Metall hat die Rente ab 63 von Beginn an unterstützt. „Die Rente ab 63 ermöglicht vielen Menschen nach einem langen Erwerbsleben einen verdienten Ruhestand. Auch wenn die Arbeitgeber immer wieder ihre Abschaffung fordern: „Die IG Metall wird die Rente ab 63 verteidigen.“, erklärt Urban. Die Voraussetzungen für die Rente ab 63 sind jedoch nicht immer erfüllt. Urban fordert in diesem Kontext: „Wir brauchen zusätzliche flexible Ausstiegsmöglichkeiten für alle, die nicht bis zur Regelaltersgrenze arbeiten können. Zum Beispiel bessere Erwerbsminderungsrenten sowie Ausbau und Förderung von Altersteilzeit. Das können wir u.a. mit guten Tarifverträgen erreichen.“ 

Hans-Jürgen Urban machte den IG Metall Standpunkt ganz deutlich: „Wir bewältigen Krisen nur mit einem starken Sozialstaat. Für die Alterssicherung heißt das: Rauf mit dem Rentenniveau, runter Regelaltersgrenze, mit alle rein der ins Solidarsystem! Kurz: mehr statt weniger Solidarität.“ 

Nach einem regen Austausch mit den Delegierten fasst Urban, mit einem deutlichen Appell an die Politik, zusammen: „Unverzichtbar sind die Weiterentwicklung der Rentenversicherung Erwerbstätigenversicherung, zur die Stabilisierung der Finanzbasis durch eine umfassende Versicherungspflicht aller Beschäftigungsverhältnisse, die Neujustierung von Beiträgen und Steuermitteln und ein angemessenes Sicherungsziel oberhalb von 48 Prozent. Auch moderat steigende Beitragssätze, von Arbeitgebern und Versicherten getragen, sollten kein Tabu sein. In diesem Sinne sollte sich die Ampel daranmachen, mehr Fortschritt zu wagen.“