Delegiertenversammlung IG Metaller*innen diskutieren: Floppt die GenZ in der Arbeitswelt?

Die dritte Delegiertenversammlung der IG Metall Rheine fand am 11. September 2025 in der Stadthalle Rheine statt. Der Fokus der Versammlung lag auf einem Vortrag zur Generation Z in der Arbeitswelt.

DV 11.09.2025

12. September 2025 12. September 2025


Im Geschäftsbericht führte Karin Hageböck, Geschäftsführerin der IG Metall Rheine, durch die aktuellen Entwicklungen in der Region und legte die Finanz- und Mitgliederentwicklung vor.

Außerdem berichtete Hageböck von der Jubilarfeier und rief die Delegierten zu einer Fotoaktion zur „Flamme der Solidarität“ auf. Sie erläuterte die industriepolitischen Ziele der IG Metall und gab die Flamme symbolisch an andere IG Metall Geschäftsstellen weiter. 

Laura Belt, Gewerkschaftssekretärin der IG Metall Rheine, berichtete vom Ausbildungsstart in der Region. 

Sebastian Williams, Gewerkschaftssekretär der IG Metall Rheine, berichtete von den anstehenden Tarifrunden im Schlosser- und Elektrohandwerk in NRW. Außerdem berichtete er zusammen mit Teilnehmenden von den letzten Bildungsfahrten der IG Metall Rheine (gesellschaftspolitisches Seminar, Gedenkstättenfahrt, Rhetorikseminar). 

Der Schwerpunkt der Delegiertenversammlung lag allerdings bei der Jugend. Zu Gast war Tobias Schug aus dem Ressort Junge IG Metall und Studierende aus der Vorstandsverwaltung aus Frankfurt. Der Vortrag startete mit der Frage von wem die Aussage „Die Jugend liebt den Luxus, hat schlechte Manieren und verachtet die Autorität.“ stammt. Nach angeregtem Murmeln in den Reihen löste Tobias Schug auf: Sokrates (470 -399 v.Chr.). Im weiteren Verlauf wurden die verschiedenen Generationen, ihre Lebensrealitäten, prägende Erfahrungen, Haltung zu Technologien und Karriere und die bevorzugte Kommunikationsweise erörtert. Mit Blick auf die Generation Z dienten Studien und Reportagen (Barmer Sinus Studie, Plan B Studie der IG Metall, Studie zur Ausbildungsperspektive der Bertelsmann Stiftung, DGB-Ausbildungsreport 2025) den Delegierten und es wurde u.a. festgehalten, dass (Aus-)Bildung und Arbeitsplatzsuche unter den TOP 10 der Sorgen der jungen Menschen stehen. Außerdem hat der DGB-Ausbildungsreport herausgefunden, dass Studien herausgefunden haben, dass bei der Entscheidung für den Ausbildungsbetrieb neben Arbeitszeit und Vergütung vor allem die Erreichbarkeit einen besonders hohen Stellenwert hat. 

Hieraus leitet die IG Metall ab, dass die Arbeitgeber sowohl in der Tarifpolitik im Bezug auf Ausbildungsvergütungen als auch in der Azubi-Gewinnung noch einen Gang hochschalten können. Präsent sein auf Ausbildungsmessen wird nicht mehr reichen, um den Fachkräftebedarf zu decken. Es bedarf besonderer Anstrengungen. Hier ist besonders wohnen und Mobilität besonders wichtig. Wenn ein Umzug in die Nähe des Ausbildungsbetriebes notwendig ist, dann wären Azubi-Wohnheime beispielsweise eine Idee. Einige Betriebe gewähren ihren Azubis bereits jetzt schon das Deutschlandticket oder beteiligen sich an den Fahrtkosten. Hier können Gewerkschaft und Arbeitgeber gemeinsam an die Politik adressieren: Wir brauchen einen guten Öffentlichen Personennahverkehr. 

Zum Abschluss stellten viele Delegierte fest, dass es sich lohnt für die junge Generation einzustehen und sie im Arbeitsleben zu begleiten. Was es braucht, sind Perspektiven, damit nicht die Arbeitswelt für die Gen Z floppt.